Donnerstag, 29. August 2013

Aufgelesen 2013

29. August 2013
Immer Ärger mit Eva
Da gibt es einen Garten, dort gibt es zwei Bäume. Das Paradies ist also kein Obstgarten gewesen. Ein Baum steht in der Mitte, der andere etwas abseits. Aber das kennen wir ja. Frauen und Orientierungssinn. Eva meint, sie befinde sich in der Mitte des Gartens, als ihr ein Apfel angeboten wird. Das kennen wir auch, Frauen und Einkaufen. Eva nimmt den Apfel und beißt hinein.

28. August 2013
In Wilhelmshaven Christentum mit Farbbeuteln beworfen
Bisher ist die Kritik an der Farbbeutel-Party im Pumpwerk-Park ziemlich schwach gewesen: So laut, dass Leute in der Weser- und Deichstraße Angst bekommen haben, das zog kaum jemanden hinter dem Mecker-Ofen hervor. Da konnten die Veranstalter noch leicht entgegnen, dass man junge Leute nicht aus Wilhelmshaven vergraulen sollte. Das ist nun nicht mehr möglich. Für Holi gibt es seit heute kein Argument mehr.
Denn U. Ahrs-Klöfer aus der Schaarreihe in Wilhelmshaven stellt in einem Leserbrief des “Neuen Wilhelmshaven” (NW, ehemals “Wilhelmshavener Zeitung”, WZ) fest: “Farbbeutelwerfen gehört nicht zur christlichen Religion”.


15. August 2013

Statt Lebens- ein Albtraum


Sie kamen nach Sosua, nach einem langen Arbeitsleben in Deutschland. Ein Lebenstraum sollte erfüllt 

werden, ein Leben unter Palmen, umgeben von Meer und Ruhe. Hier wollte man die Früchte seiner Arbeit 

genießen. Statt dessen erleben die Aktionäre und Eigentümer der Akademie AFFH S.R.L. einen Albtraum. 

Sie werden des Organhandels und Waffenhandels beschuldigt, sind Opfer von falschen Aussagen, Lügen 

und Beleidigungen.




7. August 2013

Scientology-Gründer ein Lügner

Seine Meinung zum Sektengründer, den er zu seiner Zeit noch kannte, ist wenig euphorisch: "L. Ron Hubbard war ein Lügner und ein Betrüger. Er kontrollierte diejenigen, die sich um ihn versammelten. Er war mit seinen Übungen mehr ein Hypnotiseur und Profitmacher."


Short News, 5. August 2013

30. Juli 2013
Kein Rollenspiel - Zeugen Jehovas

Sie glauben, dass Satan auf Erden lebt, sie warten deshalb auf die bald stattfindende, endzeitliche Entscheidungsschlacht Harmagedon. Und sie wissen, dass exakt 144’000 Auserlesene Eingang ins ewige Paradies finden werden. Die Rede ist nicht von Jugendlichen mit Hang zu Rollenspielen, die Karten tauschend in schummerigen Hinterzimmern hocken, nein, die Rede ist von den Zeugen Jehovas, einer in der Schweiz anerkannten Glaubensgemeinschaft, deren Mitglieder sich einmal im Jahr während dreier Tage zum «Kongress» im Hallenstadion einfinden.

ZüriTipp, 24. Juli 2013

18. Juli 2013
Kinder aus Sekte kommen in Heim

Einem Sekten-Ehepaar aus Mittelfranken ist das Sorgerecht für seine drei Kinder entzogen worden. Auf Beschluss des Amtsgerichts Erlangen sind die zwei Jungen im Alter von elf und 14 Jahren und ihre neunjährige Schwester am Montag aus der Familie geholt und in ein Heim gebracht worden, wie Justizsprecher Michael Hammer sagte. Dort sollen die Geschwister gemeinsam leben.

Kölner Stadtanzeiger, 11. Juli 2013

13. Juli 2013
NAK nimmt Abschied von Richard Fehr

Mit großer Betroffenheit nehmen die neuapostolischen Christen den Tod ihres langjährigen Stammapostels Richard Fehr auf, der am 30. Juni im Alter von 73 Jahren nach langer Krankheit verstorben ist. Der amtierende Stammapostel Jean-Luc Schneider beschreibt seinen Amtsvorgänger als einen Mann von großer Weisheit und Weitsicht.

nh24, 10. Juli 2013

11. Juli 2013
Zum Abschied von NAK-Kirchenpräsident Leber

Die danach erfolgte Aufforderung durch den Journalisten Heinz-Peter Tjaden in einem Schreiben vom 11.06.1993 an die neuapostolische Kirchenleitung, „alle NS-Akten auf den Tisch zu legen“, wurde durch die Neuapostolische Kirche Württemberg bzw. dem damaligen Bezirksapostel Karl Kühnle abgelehnt, was verständlich erscheint, denn kritische Geschwister wurden von Stammapostel J. G. Bischoff aus der Neuapostolischen Gemeinde e.V. in der NS-Zeit willkürlich und entgegen den Satzungen ausgeschlossen und bei der Staatsanwaltschaft und den faschistischen Parteiorganen denunziert.

Offener Brief, Pfingsten 2013

23. Juni 2013
Sekte züchtigt Kinder mit Rute

Das aber dürfte ein frommer Wunsch bleiben, denn, wie berichtet, steht den Zwölf Stämmen zusätzlicher Ärger mit der Staatsanwaltschaft ins Haus: Die nämlich ermittelt wegen angeblicher Züchtigung der Kinder mit der Rute ...

Augsburger Allgemeine, 16. Juni 2013

14. Juni 2013
Der Islam-Prozess/Berufung

Die Zeugen der Anklage Frank Uwe Walpurgis und Horst Dieter Walzner (Ratsherren der UWG, früher Freie Wähler Wilhelmshaven) werden gar nicht mehr geladen, die Aussagen, die sie vor dem Amtsgericht in Wilhelmshaven gemacht haben, werden lediglich verlesen. Dafür stehen auf der Zeugenliste eine Wilhelmshavenerin und ein Wilhelmshavener, die ich als Entlastungszeugen gar nicht benannt habe.

Gericht lädt zwei neue Zeugen, 14. Juni 2013

13. Juni 2013
Sex und Vatikan

Franziskus, der ein ähnlich instinktives Mediengenie wie Johannes Paul II. sein soll, wird auch nicht unbekannt sein, dass kaum ein Begriffspaar so Schlagzeilenkompatibel ist wie die Kombination "Sex" und "Vatikan". Verständlich, dass er sich deshalb bisher nur privat dazu geäußert hat und nicht öffentlich, auch angesichts der Tatsache, dass es Schlimmeres in der Welt und im Vatikan gibt.

Die Welt, 12. Juni 2013

8. Juni 2013
Erst tot?

Und dann Sektengründer?

8. Juni 2013
Hat sich was geändert?

Im 3. Teil geht es um angebliche oder tatsächliche Veränderungen in der Neuapostolischen Kirche.

WDR, 8. Juni 2013

7. Juni 2013
Repression und Angst in der NAK

Vor einer Woche (03.06.2013) berichtete WDR.de zum 150-jährigen Bestehen der Neuapostolischen Kirche (NAK). Der Beitrag löste starke Leserreaktionen aus. Während sich die NAK, die noch vor wenigen Jahren als Sekte galt, heute als moderne Kirche darstellt, schreiben viele Leser von Repression und Angst.

WDR, 7. Juni 2013

3. Juni 2013
Viel Nicht-Wissen über die Neuapostolische Kirche

Katja Rakow gehört zu den wenigen Wissenschaftlern, die sich in Deutschland mit der Neuapostolischen Kirche beschäftigen. Die Religionswissenschaftlerin findet, dass es sehr viel Nicht-Wissen über diese christliche Gemeinschaft gebe.

WDR, 3. Juni 2013 (aktualisiert wegen vieler Kommentare, der WDR will nun auch mit "Aussteigern" sprechen)
Meine Mail an den WDR

30. Mai 2013
Pressemitteilung München/Würzburg 30. 5. 2013

Wir sind Kirche erwartet vom Würzburger Bischof Hofmann deutliche Worte und klare Entscheidungen zu den nationalsozialistischen Umtrieben im Würzburger Priesterseminar

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche muss entsetzt zur Kenntnis nehmen: Vertuschung und Verharmlosung ist offenbar immer noch gängige Praxis im kirchlichen Bereich. Der evangelische Pressedienst hat verbale Entgleisungen und rechtsradikale Umtriebe einiger Priesterseminaristen gemeldet, die bereits seit Wochen bekannt seien.

Ganz im Tonfall einer männerbündischen Gruppe nimmt der Regens des Würzburger Priesterseminars Anstoß daran, dass diese Vorwürfe an die Öffentlichkeit gebracht worden sind. Er versichert ,die Betroffenen hätten sich „glaubhaft gegen die Vorwürfe verwahrt“, und er hofft, dass sie die „Möglichkeit zur Buße und zur Umkehr“ nutzen. So spielt er das rechtsradikale Gebaren herunter.

Wir sind Kirche erwartet wie die gesamte Öffentlichkeit vom Würzburger Bischof Hofmann umgehend deutliche Worte und klare Entscheidungen. „Das Priesterseminar ist keine Besserungsanstalt für irregeleitete Rechte“, so Magnus Lux von der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche. „Solche Vorurteile sitzen zu tief, als dass sie durch Gespräche ausgeräumt werden könnten, wie der Regens suggeriert. Die Betreffenden müssen bis zur endgültigen Klärung ihre Mitgliedschaft im Priesterseminar Würzburg ruhen lassen.“
Die Diözese hat erst vor zwei Jahren einen Priester seliggesprochen, Georg Häfner, der von den Nazis umgebracht worden ist. Bischof Ehrenfried wurde zur Zeit des Nationalsozialismus von den braunen Horden angepöbelt und angegriffen. Wenn ausgerechnet Priesterseminaristen jetzt die Gegner der Kirche verharmlosen und skandieren, dann stellen sie sich auch gegen diese Würzburger Vorbilder. Das ist angesichts der Geschichte doppelt untragbar.

Die Aussage der deutschen Bischöfe, die Priesterausbildung heutigen Erfordernissen anzupassen, darf kein leeres Versprechen bleiben, sondern muss auch umgesetzt werden. Die Kirchenleitung darf sich nicht wieder wie bei den pädophilen Priestern auf „Vergehen einzelner“ berufen, sondern muss endlich ihre Strukturen hinterfragen und für mehr Transparenz sorgen, will sie ihre Glaubwürdigkeit nicht weiter verspielen. Generalvikar Hillenbrand ist auf dem richtigen Weg. Er warnt davor, „Verharmlosungs- und Verdrängungsmechanismen zu akzeptieren“; diejenigen, die öffentlich darüber reden, dürfen nicht in „männerbündischer Kumpanei“ als „Verräter“ oder Nestbeschmutzer“ abgekanzelt werden. Alles andere erinnert fatal an die Enthüllungen sexualisierter Gewalt im Jahre 2010, die bis heute noch nicht aufgearbeitet sind. Wer Unrecht anprangert, handelt verantwortungsvoll und darf nicht mundtot gemacht werden.

Pressekontakte Wir sind Kirche Bundesteam:
Sigrid Grabmeier, Tel: 0170 8626 290, E-Mail: grabmeier@wir-sind-kirche.de
Magnus Lux, Tel: 0176-41266392, E-Mail: Famlux@t-online.de

22. Mai 2013
Schulverweigerung aus religiösen Gründen

Ein Ehepaar aus Nordhessen muss eine Geldstrafe zahlen, weil es drei seiner Kinder zu Hause unterrichtet hat. Dass die streng gläubigen Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schickten, sei rechtlich strafbar, erklärte die Richterin des Amtsgerichts Fritzlar. Sie verurteilte das Paar, insgesamt 700 Euro zu zahlen.

FAZ, 22. Mai 2013

18. Mai 2013
Eine göttliche Offenbarung?

Stammapostel Johann Gottfried Bischoff hatte im Weihnachtsgottesdienst 1951 in Gießen über die Wiederkunft Jesu Christi gesprochen. Seine Aussage, die als Botschaft bezeichnet wurde, hatte folgenden Wortlaut: „Der Herr kommt zu meiner Lebenszeit wieder. Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr.“ Stammapostel Bischoff führte die Botschaft auf eine ihm zuteil gewordene göttliche Offenbarung zurück.

Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen, 15. Mai 2013

Anmerkung: Das ist wieder eine typische Fälschung. Bischoff hat Weihnachten 1951 gesagt, er sei persönlich davon überzeugt, dass Jesus zu seinen Lebzeiten wiederkommen werde, eine "göttliche Botschaft" (persönlich übermittelt von Gott und Jesus!) wurde erst später daraus. Das kann man in meiner Broschüre "Kauft nicht bei Ex-Neuapostolischen" nachlesen.

30. April 2013
Aussteigerin warnt vor Zeugen Jehovas

Barbara Kohout war die meiste Zeit ihres Lebens Zeugin Jehovas. Die Aussteigerin erzählt von ihren Erfahrungen. Sie spricht von Diktatur und Heuchelei - und warnt.

Augsburger Allgemeine Zeitung, 23. April 2013 

30. April 2013
Baby als Anti-Christ verbrannt

Die Mitglieder der Sekte sind bekannt dafür, ein halluzinogenes Getränk zu sich zu nehmen. Laut Polizei kontrollierte der Sektenführer seine Anhänger und unterhielt sexuelle Beziehungen mit fünf Frauen der Gruppe. Als eine von ihnen schwanger wurde, sperrte er sie monatelang ein und überzeugte sie von der Tötung des Kindes mit dem Argument, es sei der Anti-Christ.

ntv, 28. April 2013

15. April 2013
Psycho-Sektenopfer werden immer wüster verleumdet

Den ersten Beitrag, den Ruthard Stachowske auf seinen Seiten über meine angeblichen Beziehungen zu Eltern veröffentlicht hat, die ihren Kindern Schlimmes angetan haben sollen, löschte dieser Sozialpädagoge sofort wieder, weil ich gegen ihn Strafantrag gestellt hatte. Dieser Beitrag liegt der Staatsanwaltschaft von Lüneburg vor, das Ermittlungsverfahren ist eingeleitet worden.
Auch den Beitrag, den dieser dreisteste Sozialpädagoge Deutschlands jetzt veröffentlicht hat, werde ich an die Staatsanwaltschaft von Lüneburg weiterleiten.

Hier weiterlesen, 15. April 2013

12. April 2013
Fluggast in Plastiksack - Kontakt mit Toten verboten

Der Grund für diese Kostümierung ist ein religiöser, berichtet «dailymail.com.uk». Der Plastik-Mann gehört zu einer Gruppe Orthodoxer, denen jeglicher Kontakt mit Toten strikt verboten ist. Friedhöfe dürfen sie nur bei einer Beerdigung besuchen. Und im Zeitalter des Fliegens ist ihnen sogar der Überflug von Friedhöfen untersagt! Die Lösung: der Plastiksack, als Isolierschicht zwischen Lebenden und Toten sozusagen.

Blick, 12. April 2013

9. April 2013
Gemischter Sportunterricht ist Blasphemie

Zwar schuf Gott den Sportlehrer nach seinem Bilde aber von gemischtem Unterricht war auch in den zehn Geboten nicht die Rede. Ökumenische Leibesübungen sind Blasphemie.

Die Welt, 7. April 2013

8. April 2013
Kinderpornos: Katholischer Priester verurteilt

Weil er tausende Kinderpornobilder auf seinem Computer gespeichert hatte, ist ein Priester zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zudem muss der 40 Jahre alte katholische Geistliche 2400 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen. Als Zeitrahmen für die Bewährung legte das Amtsgericht Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt am Montag zwei Jahre fest - die Staatsanwaltschaft hatte drei gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

HNA, 8. April 2013

8. April 2013
Falsche Scientology-Botschaften bei Facebook

Die umstrittene Scientology-Sekte agiert zunehmend verdeckt und in Internetportalen wie YouTube oder Facebook, um mit "falschen Botschaften vor allem Jugendliche zu ködern" - davor warnte Burkhard Freier, Chef des Verfassungsschutzes NRW in den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Montagausgaben). "Mit perfiden Videos unter Tarnnamen schafft es die Sekte, schnell und hürdenlos Zugang in den häuslichen Bereich zu bekommen, oft ohne dass die Eltern etwas davon wissen", so Freier. Für ein Ende der Beobachtung von Scientology gebe es keinerlei Anlass.
Finanz-Nachrichten, 8. April 2013

5. April 2013
Jesus ist nicht mit einem Moped gen Himmel gefahren

Was ist das “Neue Wilhelmshaven” (NW, ehemals “Wilhelmshavener Zeitung”, WZ) eigentlich für eine Zeitung? Warum druckt die mit dem Kürzel LR alles ab, was auf die Redaktionsschreibtische flattert? Wie heute einen PR-Artikel für die Neuapostolische Kirche, die dem NW zufolge 1863 gegründet worden ist. Könnte man dieser Zeitung auch unterjubeln, dass Jesus nach seiner Auferstehung mit einem Moped gen Himmel gefahren ist?

Weitere Infos, 5. April 2013

25. März 2013
Esoterik bei Beratung an erster Stelle

Die meisten Anfragen mit der Bitte um Information oder Beratung gab es in den Kategorien Esoterik, Scientology und christlicher Fundamentalismus. Der Bereich Esoterik steht mit 148 Beratungsfällen und 80 verschiedenen Gruppen an erster Stelle.

Lokalkompass, 15. März 2013

20. März 2013
Verfassungsschutz: Scientology verliert an Kraft

Zeitgleich mit der Ankündigung der Sekten-Expertin, den Dienst zu quittieren, verbreitet der Hamburger Verfassungsschutz im Februar die Nachricht, dass Scientology an Kraft verliert. Ist die Gefahr vorbei?

NDR, 20. März 2013

19. März 2013
Facebook löscht Kritik an katholischer Kirche

Der Radiomoderator Jürgen Domian hat sich auf Facebook kritisch zur katholischen Kirche geäußert. Plötzlich sind diese Beiträge verschwunden. Der Journalist schimpft, seine Fans sind empört. Facebook entschuldigt sich - die Texte sind aber nicht wieder herzustellen.

Spiegel online, 19. März 2013

9. März 2013
Nur zwei Mahlzeiten für die Kinder

Warren Jeffs verbüsst seit August 2011 eine lebenslange Haftstrafe im US-Bundesstaat Texas. Der Anführer der Fundamentalistischen Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) hatte im Jahr 2008 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als die Behörden mehr als 400 Kinder und Jugendliche von der Ranch der Sekte geholt hatten. Der heute 57-Jährige hatte sich in den Jahren 2005 und 2006 an einer Zwölfjährigen vergangen und mit einer 15-Jährigen ein Kind gezeugt.

20 Minuten online, 8. März 2013

25. Februar 2013
Erzbischof missbraucht Priesteramts-Kandidaten

Noch ein Skandal erschüttert den Vatikan: Der Erzbischof von Edinburgh soll Kandidaten fürs Priesteramt missbraucht haben. Er trat zurück und nimmt nicht an der Papstwahl teil. Diese kann zudem früher erfolgen, entschied Benedikt XVI. Im "Vatileaks"-Skandal verfügte er weiterhin Vertraulichkeit.

Tagesschau, 25. Februar 2013

20. Februar 2013
Ehemaliger Zeuge Jehovas glaubt an nichts mehr

Thomas Schmidt* glaubt an keinen Christus, keinen Allah, keinen Jehova. 20 Jahre war er bei den Zeugen Jehovas, doch vor sechs Jahren hat er die Sekte verlassen. Um noch an etwas zu glauben, wisse er einfach zu viel, sagt der 46-Jährige heute.

Die Zeit, 18. Februar 2013

18. Februar 2013
Wieder Massenhochzeit der Mun-Sekte

Schwarzweiß so weit das Auge reicht: In Südkorea hat die erste Massenhochzeit nach dem Tod von Sektengründer San Myung Mun stattgefunden. Rund 3500 Paare waren am Samstag nach Gapyeong nordöstlich der Hauptstadt Seoul gekommen, weitere 24.000 Anhänger ließen sich laut BBC in anderen Teilen der Welt vermählen und wurden über Video zugeschaltet.

Spiegel online, 17. Februar 2013

15. Februar 2013
Die wirre Frau Müller

Menschen mit körperlichen und seelischen Gebrechen sind die beliebtesten Kunden der Esoteriker. Entsprechend gezielt holt Frau Müller verschüchterte Leute aus dem Publikum nach vorne, besprüht sie mit seltsamen Sprays, wirft wirr die Arme in die Luft und fragt, ob es ihnen nun besser gehe. Die Leute zögern etwas. Egal, denn: "Das ist ganz normal, das dauert bei dir noch ein bisschen. In der Nacht arbeiten die Engel an deinem schlafenden Körper. Und du hast in den höheren Chakren noch einen Propfen drin, den wir erst lösen müssen." Gegen Bares, versteht sich.

Heise online, 14. Februar 2013

14. Februar 2013
Luzifer als Lichtbringer

Willms betrachtet jede Sekte aus einer wissenschaftlich-sachlichen Sichtweise und geht ohne Vorverurteilungen ans Werk. Dabei fördert er Erstaunliches zutage. So schreibt er in dem Kapitel „Was zum Teufel ist Satanismus?“, dass die Gestalt Luzifer schon im antiken Götterhimmel auftauchte und in der wortwörtlichen Übersetzung „Lichtbringer“ bedeutet. Als „Erkenntnisbringer“ sei er nicht der böse Satan der christlichen Vorstellung.

Osnabrücker Zeitung, 11. Februar 2013

11. Februar 2013
Islam aus Deutschland vertreiben?

Wie hätte die Oldenburger Staatsanwaltschaft eigentlich diese Anklage mündlich begründen wollen? Nach ihrer schriftlich geäußerten Auffassung habe ich den Wilhelmshavener Ratsherrn Frank Uwe Walpurgis (ehemals Freie Wähler, jetzt Unabhängige Wählergemeinschaft) in “die Nähe gewalttätiger Neonazis” stellen wollen, weil ich am 17. Dezember 2011 scharfe Kritik auf den Facebook-Seiten von Walpurgis übte. Eine Wilhelmshavenerin forderte dort die Vertreibung des Islam aus Deutschland. Deshalb fragte ich sie, wo sie Neofaschistin sei. Die Anklageschrift wurde am 7. November 2012 von der Oldenburger Staatsanwaltschaft verfasst. Heute hat mir das Amtsgericht von Wilhelmshaven am Telefon mitgeteilt, dass die Hauptverhandlung am 3. April 2013 um 9 Uhr eröffnet werde.

Pressemitteilung, 11. Februar 2013 

11. Februar 2013
Ursula Caberta hört auf

Die deutschlandweit wohl bekannteste und versierteste Expertin im Kampf gegen Psycho-Sekten gibt ihr Amt in der Hamburger Innenbehörde auf. Ursula Caberta tritt aus Protest gegen eine immer weiter zurückgeschraubte Finanzausstattung zurück – drei Jahre, bevor ihr Vertrag ausgelaufen wäre.

Tagesspiegel, 7. Februar 2013

3. Februar 2013
Wer lässt sich von Scientology quälen?

Um dies gleich am Anfang klarzustellen: Bei der Church of Scientology handelt es sich um eine irre Sekte mit totalitären Zügen, und L. Ron Hubbard, ihr Gründer, war ein Scharlatan und Autor von schlechten Science-Fiction-Geschichten. Damit haben wir uns – im Jargon der Sekte zu sprechen – als "Suppressive Person" zu erkennen gegeben, als Bösewicht, der Menschen versklaven will.

Die Welt, 1. Februar 2013

2. Februar 2013
Delegation der Neuapostolischen Kirche im Vatikan

Eine Delegation der Neuapostolischen Kirche war am Donnerstag im Vatikan zu Besuch. Sie überreichte dem vatikanischen Ökumene-Verantwortlichen, dem Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch, ihr neues Katechismus-Buch. Volker Kühnle ist Leiter der internationalen Arbeitsgruppe der Neuapostolischen Kirche, die den Kontakt zu anderen Konfessionen und Religionen pflegt.

Radio Vatikan, 1. Februar 2013

23. Januar 2013
Freidenker machen keinen Unterschied

Für die Nationale Föderation der Freidenker gibt es keine Notwendigkeit, zwischen "Sekten und Religionen" zu unterscheiden. Die Laizität der Schule und des Staates, garantiert durch das Gesetz von 1905 über die Trennung von Kirche und Staat, muss für alle gelten, ohne Unterscheidung oder Abweichung. Es ist so, dass die republikanische Gleichheit, die Demokratie für alle ohne Nachteil für irgendjemand gewährleisten kann.

Humanistischer Pressedienst, 22. Januar 2013

17. Januar 2013
Katholische Kliniken weisen Vergewaltigungsopfer ab

Ein Sprecher der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria, die die beiden Krankenhäuser führt, konnte zunächst nicht bestätigen, dass das Vergewaltigungsopfer tatsächlich abgewiesen wurde. Richtig sei, dass an katholischen Kliniken eine Notfallkontrazeption, also eine Schwangerschaftsverhütung selbst nach einer Vergewaltigung, grundsätzlich ausgeschlossen sei. Sie widerspreche den ethischen und moraltheologischen Grundsätzen der katholischen Kirche, zitiert der "Kölner Stadtanzeiger" den Erzbistumssprecher Christoph Heckeley. Die Sicherung der Tatspuren sei aber weiter möglich.

Stern, 17. Januar 2013

16. Januar 2013
Sekten-Info braucht mehr Personal

Die Sekten-Info NRW fordert mehr Personal für ihr Beratungsangebot. Es sei zwar begrüßenswert, dass das Land die Informationsstelle fördere. "Bei der riesigen Fülle an Sekten, Esoterikangeboten und fundamentalistischen Bewegungen sind drei Stellen zu wenig", sagte Geschäftsführerin Sabine Riede der Nachrichtenagentur dapd.

Der Westen, 16. Januar 2013

12. Januar 2013
Warnung vor "Wunderheilern"

Drei Jahre ist es her, dass ein NAK-Mitglied in Wilhelmshaven zur Rede gestellt worden ist, weil er meine Warnung vor der Behauptung, Spitzenfunktionäre seiner Glaubensgemeinschaft könnten Krankheiten heilen, nicht in den Wind schlug. Drei Amtsträger stellten ihn zur Rede, doch er blieb dabei: “Peter hat Recht.” Kinder erzählten mir, dass sie von ihren Eltern zum Kirchgang gezwungen werden, andere versicherten mir dennoch mit einem verschmitzten Lächeln: “Denen glaube ich kein Wort mehr…”  Deren Sendungsbewusstsein ist also gesunken – und das muss nichts Schlechtes sein…

Readers Edition, 8. Januar 2013

5. Januar 2013
Papst soll kein Geld waschen

Heraus kam dabei die "Wilhelmshavener Erklärung", in der eigentlich nur noch die Heiligsprechung der Kanzlerin fehlte. Aber so was ist bekanntermaßen Sache des Papstes, der derzeit allerdings große Sorgen hat, weil Touristen in seinem Staat nur noch in bar bezahlen können. Die italienischen Banken vermuten, dass Kartenzahlungen die Geld-Waschmaschinen des Vatikans in Schwung halten würden. Doch der Sekretär des Papstes hat bereits Besserung gelobt. Er muss nur noch die Mafia fragen...

Blog dir deine Meinung, 5. Januar 2013

5. Januar 2013
Die Geburtsstunde?

Gleich zu Beginn des Gottesdienstes ging Stammapostel Wilhelm Leber auf die großartigen Leistungen der Vorgenerationen ein, ohne die die heutige Kirche nicht denkbar sei. Die prophetische Rufung von Aposteln vor 150 Jahren, die von den Aposteln der katholisch-apostolischen Gemeinde nicht anerkannt wurde, gilt als Geburtsstunde der Neuapostolischen Kirche. „Wir blicken in Dankbarkeit und mit Bewunderung zurück auf die Glaubenszeugen jener Zeit. Die Anfänge waren durchaus mühsam und es gehörte sicherlich viel Mut dazu, sich zu dieser kleinen Schar von Gläubigen zu bekennen.“

Neuapostolische Kirche NRW, 2. Januar 2013

Anmerkung: 1863 ist ganz sicher nicht die "Geburtsstunde" der Neuapostolischen Kirche. Der Prophet, der damals weitere "Apostel" berief, wurde 1878 in Hamburg mit "Schimpf und Schande" verjagt. Das Amt, das Wilhelm Leber inne hat, wurde 1896 eingeführt. Auch die Einführung dieses Spitzenamtes wurde von heftiger Kritik begleitet. Das Prophetenamt dagegen ist später abgeschafft worden.

Mittwoch, 21. August 2013

Fragen an Lindd

12. Juni 2013
Wie arbeitet dieser Verein?

Sehr geehrter Herr Ballnus,

sicherlich verfolgen Sie die aktuellen Diskussionen, die der WDR mit Berichten über die NAK ausgelöst hat. Einer der Kommentatoren machte auf Ihren Verein aufmerksam. Deswegen stellten sich mir diese Fragen:

1. Sexuelle und körperliche Gewalt sind Straftatbestände. Arbeitet Ihr Verein auch mit der Polizei und mit der Staatsanwaltschaft zusammen?

2. Sind Kinder sexueller und/oder körperlicher Gewalt ausgesetzt, greift § 1666 BGB. Informieren Sie Jugendämter über Vorwürfe, die Ihnen bekannt werden?

3. Wie prüfen Sie den Wahrheitsgehalt von Vorwürfen und wo suchen Sie sich dabei Hilfe?

4. Besonders schwierig ist sicherlich das Thema psychische Gewalt. Wie definieren Sie psychische Gewalt und wie definieren Sie Gewaltfreiheit?

5. Stehen Sie in ständigem Austausch mit anderen Experten, die sich mit diesem Thema beschäftigen?

6. Wie reagieren Sie, wenn sich Probleme aus der NAK-Lehre bzw. aus Predigten etc. ergeben?

7. Bei Readers Edition habe ich eine Analyse einer Predigt des neuen Kirchenpräsidenten entdeckt. Diese Predigt besteht aus einer ständigen Wiederholung des Wortes “Gehorsam”. Halten Sie solche Predigten für förderlich, wenn jemand Kinder zu selbstständig denkenden Bürgerinnen und Bürgern erziehen will?

Der Link zu diesem Verein

Beim WDR unbekannt?

Ich bin schon lange tot?

Die Antwort von Lindd

Sehr geehrter Herr Tjaden,

wir haben Ihre Fragen erhalten. Nein, wir verfolgen aus mehreren Gründen nicht jede Diskussion im Internet über die NAK, so auch die von Ihnen erwähnte nicht.

Vor einer evtl. Beantwortung Ihrer Fragen interessiert uns zunächst, wer Sie sind, was Ihre Motivation war, uns anzuschreiben und welche Ziele Sie mit den Fragen an uns verfolgen.

Mit freundlichem Gruß

Irene Döring und Rainer Ballnus

21. August 2013
Ich winsel - also bin ich

Mit einer seltsamen Mischung aus Ergebenheitsadressen und Unverständnis reagiert Lindd nun auf eine Absage.

Hier lesen

Sonntag, 18. August 2013

Katholisches Gezwitscher

Wie glaubwürdig ist dieser "Tatort"?

"Tatort" aus Luzern steht stets für tödliche Langeweile nach dem Mord. Das ist auch heute Abend so. Dieses Mal wird eine 14-Jährige ermordet, die zu einer frommen christlichen Sekten-Familie gehört. Zu den Verdächtigen zählt der leibliche Vater des Mädchens, ein Querulant und Dieb, der zu Gewalt neigt.

Da man angeblich nach 45 Minuten den Mörder bereits kennt - berichten alle Journalisten, die diesen "Tatort" bereits gesehen haben - will die katholische Kirche der Schweiz für ein wenig Spannung bis zum Krimi-Ende sorgen. Die Frage lautet: "Wie glaubwürdig werden die Sektenmitglieder dargestellt?" Die Antworten sollen gezwitschert werden. 

Aber von wem? Zeugen Jehovas scheiden aus. Der Krimi beginnt mit einer Geburtstagsfeier. Zeugen Jehovas feiern keine Geburtstage. Da die Geburtstagstorte erst am späten Abend angeschnitten wird, werden auch die Mitglieder anderer Sekten nicht mitdiskutieren. Die putzen Geburtstagstorten nicht erst am späten Abend weg.

Bleiben die Mitglieder der katholischen Kirche. Das sind knapp 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer. Lästermäuler halten die katholische Kirche zwar für die größte Sekte, aber ist die auch fromm? In der Schweiz eher nicht. Wie also sollen eidgenössische Katholikinnen und Katholiken  beurteilen können, wie es in einer frommen Glaubensgemeinschaft zugeht, während sie neuerdings sogar schon katholische Brasilianer auf dem Fußballplatz schlagen? Außerdem passt man derzeit zwischen Basel und Genf eher auf den Papst als auf Sekten auf. Würde der wieder einmal für Verfolgte beten wollen, wäre der ganz schnell bei jenen Asylbewerbern, die in einem Schweizer Getto leben.


Samstag, 3. August 2013

ApWiKi (VII)

Man kann Religionen widerlegen - muss man aber nicht

Gibt es noch Nachschlag? Gibt es auf den Seiten von Franz-Christian Schlangen aus Karlsbad. Dort wird nun auch gemeldet, dass der Beitrag über mich auf ApWiKi geändert worden ist. Die Änderungen wurden vorgenommen von Matthias Hagemann, der sich bei mir per mail als ApWiKi-Moderator vorgestellt hat. Aus meinen Antworten strickte er eine neue Fassung. Einen Link zu einem gefälschten blog, der von den ApWiKi-Machern offenbar ohne intensive Prüfung als geeignete Informationsquelle angesehen worden war, löschte Matthias Hagemann.

Nun erfahre ich aus den Kommentaren zu dem Beitrag von Franz-Christian Schlangen, dass sich der religionskritische blogger und der ApWiKi-Moderator kennen. Sie beschäftigen sich nur kurz mit den Verleumdungen, die über mich verbreitet worden sind ("Sturm im Wasserglas"). Franz-Christian Schlangen vertritt in einem seiner Kommentare statt dessen die Auffassung, dass man Religionen widerlegen könne.

Kann man. Aber wohin das führen kann, wissen wir ebenfalls. Der Vater der Anthroposophie, Rudolf Steiner, beispielsweise hat sich einer Geisterchronik bedient, um neue Erkenntnisse über Jesus zu verbreiten. Dazu gehört ein fünftes Evangelium. Auch andere Esoteriker fügen dem, was wir aus der Bibel über Jesus erfahren, Neues hinzu. Dazu bedienen sie sich ebenfalls geheimnisvoller Quellen, wie beispielsweise Botschaften aus dem Jenseits.

Auch über mich soll es schon eine derartige Botschaft aus dem Jenseits gegeben haben. Hat ein so genanntes "Medium" behauptet, als ich 1995 für mein Buch "Für die Hellseherin wird es dunkel" in esoterischen Kreisen recherchierte. Eines Abends ereilte mich ein Fax mit seltsamen Andeutungen. Die Nachricht sei sehr wichtig. Also fragte ich dieses Medium - ebenfalls per Fax -, worum es gehe. Ihre Antwort lautete, dass ich einer von wenigen Auserwählten sei, die diese Welt retten müssten, außerdem sei ich ein wiedergeborener Bruder von Jesus. In esoterischen Kreisen hätte aus mir also etwas werden können.

Aber was? Nach meiner Auffassung wäre aus mir ein Spinner geworden, der irgendwann jeden Halt verloren hätte und jeden Bezug zur Realität. Doch ich war gefeit, weil ich schon eine ausreichend große Zahl von Predigern erlebt hatte, die behaupteten, dass alles, was sie sagten, direkt von Gott käme. Eine angeblich göttliche Ansage werde ich nie vergessen: "Der Mensch wird nie auf dem Mond landen."  Daraus schloss ich: Entweder gab es diesen Gott gar nicht oder er sprach gar nicht mit diesen Predigern. Da ich nie hätte herausfinden können, welche dieser beiden Thesen stimmte, verschwendete ich auch keinen Gedanken daran, mir darüber weitere Gedanken zu machen.

Dass ich mich später doch mit solchen Predigern auseinandersetzte, hatte einen anderen Grund: Die Neuapostolische Kirche hatte unglaublich aggressiv auf ein Kurzinterview reagiert, das im November 1988 vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen ausgestrahlt wurde. Woher rühren diese Aggressionen?, fragte ich mich. Bei meinen Recherchen stieß ich auf unzählige Machtkämpfe und Intrigen. Außerdem meldeten sich bei mir viele Aussteiger, denen ich half.

Da der Zeitaufwand immer größer wurde, gründete ich mit anderen einen bundesweiten Verein, um die Arbeit neu zu organisieren. Bei Treffen dieses Vereins saßen ehemalige Zeugen Jehovas bei ehemaligen Zeugen Jehovas, Ex-Neuapostolische bei Ex-Neuapostolischen, ehemalige Freikirchler bei ehemaligen Freikirchlern. Irgendwie schmorten sie weiter in ihrem eigenen Saft. Berichteten Mitglieder der Sekte A über ihre Erfahrungen, warteten Mitglieder der Sekte B nur auf ein entsprechendes Stichwort, um das Gespräch in eine neue Richtung zu lenken. Man hörte sich nicht zu, man redete aneinander vorbei. Das erinnerte mich an ein Lied von Wolf Biermann, in dem er Treffen von West- und Ost-Linken besungen hat. War das, was der eine erlebt hatte, schlimm, musste das, was der andere erlebt hatte, noch schlimmer sein. Ich verabschiedete mich von diesem Wettbewerb.

Dass ich mit einer religiösen Frau nicht zusammenleben kann, weiß ich aus Erfahrung. Ich muss auch nicht zur Kirche gehen, um zu wissen, dass die Schöpfung bewahrt werden muss. Mit dem Jenseits beschäftige ich mich ebenfalls nicht. Ich hadere auch nicht mit irgendeinem Gott, wenn in meinem Leben etwas schiefgeht.. Sagt mir jemand, dass ich nur an Jesus glauben müsse, damit alles gut wird, sträuben sich mir die Nackenhaare. Dann denke ich an Kinder, die in Afrika verhungern - und verbiete mir die nächste Frage...

Ich lasse mich auch nicht zum Atheisten umschulen. Dafür müsste ich zu viel Zeit verschwenden. Wer die Medaille einfach umdrehen will, der soll das tun. Ich habe keine solche Medaille.
















Freitag, 2. August 2013

ApWiKi (VI)

Dies war der erste Strafantrag. Alle waren erfolglos.

















Es ist ein Graus mit diesen Leuten

31. Juli 2013. "In Zeiten von Gemeinschaftsverlust und Beziehungsarmut haben sich neue Kommunikationmedien wie etwa das Smartphone rasant verbreitet, das heute schon von 38 Prozent der deutschen Bevölkerung benutzt wird."

Heißt es auf den Seiten der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW). Näheres erfährt man aus einer Broschüre mit dem Titel "Virtuelle Welten". Zu der auch Facebook gehört. Was von den Kirchen noch gar nicht so richtig wahrgenommen worden sei.

Es ist ein Graus mit diesen Weltanschauungsbeauftragten. Kaum haben sie sich die Welt angeschaut, hat sie sich schon wieder verändert. Dann muss der nächste Stempel her. "In Zeiten von Gemeinschaftsverlust und Beziehungsarmut" ist allerdings kein so neuer.

In einem Referat hat vor vielen Jahren ein Klassenkamerad die Auffassung vertreten, dass Vorurteile eine soziale Funktion hätten. Man brauche sie zur Orientierung. Ich habe ihm energisch widersprochen, weil Vorurteile wie Mauern seien, die einem den Blick verstellen und die Möglichkeit, Neues zu entdecken, zunichte machen.

Was heute Weltanschauungsbeauftragte über Smartphone und Facebook behaupten, ist auch schon über Bücher behauptet worden. Lesen führe zur Isolation und - genau - zu Gemeinschaftsverlust und Beziehungsarmut. Anschließend kann man sich trefflich darüber streiten, was zuerst da gewesen ist, das Huhn oder das Ei...

Auch über "die heutige Jugend" könnte man uralte Texte einfach übernehmen, man müsste nur ein paar Begriffe entfernen und mit aktuellen ersetzen, damit sie neu wirken. Dazu passt der Spruch: "Die schlechten Zeiten von heute sind morgen die guten, alten Zeiten."

Wie verheerend sich ein eingeengtes Blickfeld auswirken kann, hat dieser Tage auch ein gewisser Mathias Eberle aus Steinhagen bewiesen. Er erzählt nicht etwa die Geschichte von Glaubensgemeinschaften, die ihren Ursprung in den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts haben, er arbeitet mit Unterstellungen und prüft viele Thesen gar nicht. Denn sonst könnte er aus dem Fenster seiner eigenen Ideologie fallen.

Die Mitgliederzahl von über 10 Millionen übernimmt er für seine eigene Glaubensgemeinschaft, als sei sie unumstritten. Ist sie aber nicht. Ein Indien-Kenner beispielsweise hat die Behauptung der Neuapostolischen Kirche (NAK), sie habe dort 1,5 Millionen Mitglieder, in einem Gespräch mit mir ins Reich der Fabel verwiesen. "Das dürften zwei Nullen zu viel sein", meinte er. Ein ehemaliger Funktionär aus Wiesbaden berichtete mir 1990, dass ein ganzes Dorf neuapostolisch werde, wenn sich der Häuptling dafür entscheide. Scheint wie früher zu sein. Ein Fürst bekennt sich zu einer Kirche und schon gehört das ganze Land dazu. Gerät ein König in Konflikt mit der Kirche, zu der er gehört hat, gründet er eine neue - und nimmt all seine Untertanen mit.

Dann ist in der NAK noch die Angst. Die verbreitete sie früher in Predigten mit Drohungen vor den Folgen abweichlerischen Tuns. In einer NAK-Broschüre lauerten vor 20 Jahren auf dem Weg zur Disco noch Mörder. Wer ins Theater ging oder ins Kino, begab sich in die Fänge des Teufels. Dem war nicht mehr zu helfen. Inzwischen hat die NAK den Teufel entmachtet. Aus Discos, Theatern und Kinos wurde er von dieser Glaubensgemeinschaft abgezogen. Wie das gelang, verriet niemand. Ein Kirchenpräsident prägte dafür in den 90er-Jahren die Ansage: "Das ist nicht mehr so ganz neuapostolisch."

Was war es dann? Diese Frage führt zu Spannungen. Viele ältere NAK-Mitglieder neigen zu aggressiven Reaktionen auf das Verhalten jüngerer Mitglieder. Die wiederum antworten mit Provokationen. Ist einem Senior ein Rock zu kurz, wird er beim nächsten Mal noch kürzer. Auch bei ehemaligen Mitgliedern habe ich dieses Phänomen erlebt. Ein Ex-Priester dieser Glaubensgemeinschaft regte sich mächtig darüber auf, was in der NAK inzwischen so alles erlaubt sei. Bei Seminaren, die ich mit organisierte, kam ich mir gelegentlich so vor, als feiere das Spießbürgertum fröhliche Urständ. Was man über mich so alles erzählt haben soll, als ich mich in Hannover wegen einer Frau von einer Tagung verabschiedete und lieber mit ihr allein war, haute mich aus den Puschen.

Festgestellt habe ich auch das Fehlen von Verständigungsbrücken. Als sich ehemalige Zeugen Jehovas darüber empörten, dass die Welt 1975 nicht untergegangen war, verstand niemand meine Frage: "Warum freut ihr euch nicht darüber? Wir wären doch sonst nicht hier." Kürzlich unterstellte mir der Vorsitzende eines Vereins aus dem NAK-Umfeld "große Enttäuschung" über diese Glaubensgemeinschaft. Ich antwortete ihm, dass ich nicht enttäuscht sei, weil ich gar nichts erwartet hätte, was die Voraussetzung für Enttäuschung sei. Ich hätte als Kind nur den Wunsch gehabt, möglichst schnell nicht mehr hingehen zu müssen.

Wie richtig ich gelegen habe, wird mir nun wieder klar. Mathias Eberle taucht mich in einem Beitrag in schiefes Licht, in einem anderen blog macht ein Kommentator Bücher von mir schlecht, die er gar nicht gelesen haben kann. Desinformation gehört zur psychologischen Kriegsführung. Besonders dann, wenn niemand mehr weiß, wie es so weit gekommen ist.

Damit schließe ich diese Serie ab. Der Worte sind genug gewechselt. Klagen werde ich auch nicht. Mathias Eberle ist schon gestraft genug...Beispielsweise mit merkwürdigen Verbündeten.

Schlussstrich

2. August 2013. Nun erscheint der ApWiKi-Beitrag über mich in einer weiteren überarbeiteten Fassung. Mit der kann ich leben.

Der Beitrag

ApWiKi (VII): Gibt es noch Nachschlag?