Wie glaubwürdig ist dieser "Tatort"?
"Tatort" aus Luzern steht stets für tödliche Langeweile nach dem Mord. Das ist auch heute Abend so. Dieses Mal wird eine 14-Jährige ermordet, die zu einer frommen christlichen Sekten-Familie gehört. Zu den Verdächtigen zählt der leibliche Vater des Mädchens, ein Querulant und Dieb, der zu Gewalt neigt.
Da man angeblich nach 45 Minuten den Mörder bereits kennt - berichten alle Journalisten, die diesen "Tatort" bereits gesehen haben - will die katholische Kirche der Schweiz für ein wenig Spannung bis zum Krimi-Ende sorgen. Die Frage lautet: "Wie glaubwürdig werden die Sektenmitglieder dargestellt?" Die Antworten sollen gezwitschert werden.
Aber von wem? Zeugen Jehovas scheiden aus. Der Krimi beginnt mit einer Geburtstagsfeier. Zeugen Jehovas feiern keine Geburtstage. Da die Geburtstagstorte erst am späten Abend angeschnitten wird, werden auch die Mitglieder anderer Sekten nicht mitdiskutieren. Die putzen Geburtstagstorten nicht erst am späten Abend weg.
Bleiben die Mitglieder der katholischen Kirche. Das sind knapp 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer. Lästermäuler halten die katholische Kirche zwar für die größte Sekte, aber ist die auch fromm? In der Schweiz eher nicht. Wie also sollen eidgenössische Katholikinnen und Katholiken beurteilen können, wie es in einer frommen Glaubensgemeinschaft zugeht, während sie neuerdings sogar schon katholische Brasilianer auf dem Fußballplatz schlagen? Außerdem passt man derzeit zwischen Basel und Genf eher auf den Papst als auf Sekten auf. Würde der wieder einmal für Verfolgte beten wollen, wäre der ganz schnell bei jenen Asylbewerbern, die in einem Schweizer Getto leben.
"Wir geben Ihnen unser Ehrenwort, wir wiederholen: unser Ehrenwort. Die Welt geht bis 2040 unter." Ihre Zeugen Jehovas Die beliebtesten Artikel in den vergangenen sieben Tagen:
Sonntag, 18. August 2013
Montag, 8. Juli 2013
Das autoritäre Schneiderlein
Will keine Individualisten
"Gott will eine Gemeinde", so Schneider, "und keine Individualisten."
Zitiert das "Mindener Tageblatt" den neuen Präsidenten der Neuapostolischen Kirche (NAK). Die Bibel muss also umgeschrieben werden? Oder hat der 53-jährige Jean-Luc Schneider dieses Buch noch nicht gelesen?
Wie dem auch sei. Dieses autoritäre Schneiderlein sollte einfach sagen, dass er keine Individualisten in der NAK will. Dazu muss er sich doch nicht hinter Gott verschanzen. Der hat in der Neuapostolischen Kirche doch sowieso nichts zu sagen. Und dieser Sekte etwas zu sagen, hat Gott offenbar auch nicht.
Was da in Zeiten des Untergangs so alles angeblich aus dem Heiligen Geist sprudelt, ist zuweilen bedenklich. Wer das Individuum nicht achtet oder gering schätzt, handelt eindeutig gegen das Grundgesetz. Der marschiert geradewegs zurück in schlechtere Zeiten. Die für die NAK bessere Zeiten wären?
Offenbar weiß das autoritäre Schneiderlein nicht mehr aus noch ein. Auch das Sprichwort "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom" scheint der neue Präsident der NAK nicht zu kennen. Sollte er es doch kennen, wäre die Schlussfolgerung verheerend: Jean-Luc Schneider will tote Fische.
"Gott will eine Gemeinde", so Schneider, "und keine Individualisten."
Zitiert das "Mindener Tageblatt" den neuen Präsidenten der Neuapostolischen Kirche (NAK). Die Bibel muss also umgeschrieben werden? Oder hat der 53-jährige Jean-Luc Schneider dieses Buch noch nicht gelesen?
Wie dem auch sei. Dieses autoritäre Schneiderlein sollte einfach sagen, dass er keine Individualisten in der NAK will. Dazu muss er sich doch nicht hinter Gott verschanzen. Der hat in der Neuapostolischen Kirche doch sowieso nichts zu sagen. Und dieser Sekte etwas zu sagen, hat Gott offenbar auch nicht.
Was da in Zeiten des Untergangs so alles angeblich aus dem Heiligen Geist sprudelt, ist zuweilen bedenklich. Wer das Individuum nicht achtet oder gering schätzt, handelt eindeutig gegen das Grundgesetz. Der marschiert geradewegs zurück in schlechtere Zeiten. Die für die NAK bessere Zeiten wären?
Offenbar weiß das autoritäre Schneiderlein nicht mehr aus noch ein. Auch das Sprichwort "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom" scheint der neue Präsident der NAK nicht zu kennen. Sollte er es doch kennen, wäre die Schlussfolgerung verheerend: Jean-Luc Schneider will tote Fische.
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