Für die CSU soll die Erde eine Scheibe bleiben
Nachdenken ist mit der CSU nicht zu machen. Damit hätte Bundesinnenminister Thomas de Maiziére eigentlich rechnen müssen, bevor er in Wolfenbüttel die Frage in den Wahlkampf-Raum stellte, ob in bestimmten Regionen Deutschlands nicht auch ein muslimischer Feiertag möglich sein sollte.
Alexander Dobrindt, für den als Bundesverkehrsminister die Maut nicht verhandelbar ist, hat sofort als CSU-Landesgruppenchef bei der "Bild"-Zeitung protestiert: "Das christliche Erbe Deutschlands ist nicht verhandelbar." Aus seiner Sicht verständlich, denn die CSU verdankt der katholischen Kirche sehr viel. Die gemeinsamen Wahlkämpfe sind und bleiben unvergessen. Während die Pfaffen SPD-Wähler in die Hölle wünschten, warnte die CSU vor SPD-Elend schon hier auf Erden.
Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer pflichtet Dobrindt erwartungsgemäß bei: "Deutschland ist über die Jahrhunderte durch die christliche Tradition geprägt und bestimmt worden. Daran hat sich bis heute nichts verändert." Da kann man mal sehen, was mangelnde Bildung so alles anrichten kann. Wenn Mayer recht hätte, müsste eigentlich täglich in der Zeitung stehen, wann die nächste Hexe verbrannt wird und wann wieder ein ICE in den Weltraum rast, weil der Zugführer vergessen hat, dass die Erde eine Scheibe ist.
"Wir geben Ihnen unser Ehrenwort, wir wiederholen: unser Ehrenwort. Die Welt geht bis 2040 unter." Ihre Zeugen Jehovas Die beliebtesten Artikel in den vergangenen sieben Tagen:
Samstag, 14. Oktober 2017
Denkbar (IX)
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Freitag, 29. September 2017
Nicht aus dem Schneider
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| Wenn Kinder schon für Schneider singen, dann sollten sie von ihm auch etwas Sinnvolles lernen... Foto: NAK today |
Die Neuapostolische Kirche (NAK) kommt einfach nicht aus dem Schneider. In Barcelona soll der NAK-Chef Jean-Luc Schneider am 23. Juli 2017 gesagt haben: „Wir sind absolut abhängig von ihm. Alles was wir sind, alles was wir haben, kommt von Gott dem Schöpfer. Deshalb sind wir ihm dankbar, das drücken wir aus in der Gottesfurcht.“ Berichtet "NAK today" im Internet.
Die Katalanen, die gerade die Unabhängigkeit von Spanien fordern, würden sich sicherlich darüber wundern, dass Gott angeblich ähnliches will wie die Zentralregierung. Doch die hören Schneider nicht zu, sie wissen nicht einmal, dass es ihn gibt.
Einmal abgesehen davon, dass ein "absolut Abhängiger" gar keine Furcht kennt, sondern vor Angst schlottert, wenn der Herrscher kommt, sind wir alle frei geboren. Diese Freiheit müssen wir verteidigen. Gegen wen auch immer. Nach Schneiders Auffassung müssen wir das sogar gegen Gott. Der zugleich aber auch die Liebe sein soll. Wer liebt, der mag aber keine Abhängigkeit. Das nur einmal am Rande dieser Glaubensgemeinschaft, die unter Mitgliederschwund leidet.
Was für ein Genuss ist dagegen die Predigt eines islamischen Geistlichen gewesen, die ich vor zwei Tagen im Fernsehen gehört habe. Der behauptete doch glatt, dass niemand der Güte Allahs entkommen könne. Ob jemand an Allah glaube oder nicht, sei völlig gleichgültig. Oder glaube jemand, fragte er, an einen Gott, der so kleinlich sei, dass er alles gleich krumm nehme? Der Koran jedenfalls lehre das nicht.
Bleibt noch die Behauptung Schneiders, Gott könne alles. Dem muss ich wieder etwas Weises entgegenhalten. Ein Rabbiner fragt seine Schüler, ob sie an die Allmacht Gottes glauben. Die nicken sofort. Dann fragt er seine Schüler, ob Gott die Erde auf einem Finger balancieren könne, wenn er das wolle. Wieder nicken die Schüler. Gut, sagt der Rabbiner. Wenn Gott allmächtig ist, kann er dann auch etwas erschaffen, was er nicht tragen kann?
Da Gott möglicherweise mit uns Menschen etwas überfordert ist, sollten wir auch Gott nicht überfordern. Die NAK wird so oder so nicht aus dem Schneider kommen.
Das gilt auch für andere Glaubensgemeinschaften, die bis heute zum Beispiel auch nicht begriffen haben, dass Jesus die zehn Gebote aufgehoben hat. Er ersetzte sie durch "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Bevor er das tat, erklärte er, dass bis dahin jedes der zehn Gebote die Menschen überfordert hat, sie also Gefangene eines Regelwerkes waren. Nach christlicher Auffassung ist Jesus der Sohn Gottes. Wenn der Sohn keine Regel-Gefangenen will, dann soll der Vater sogar absolute Abhängigkeit wollen?
Es ist wie es ist, sagt die Liebe. (Erich Fried)
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