Donnerstag, 8. Februar 2018

Unerforschte Sekten

Zeichnung: Sekten-Info
Nordrhein-Westfalen
Die Heilslehre der Jugendämter

In Deutschland gibt es fast 600 Jugendämter. Doch keine dieser Behörden ist Thema der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen oder der katholischen Weltanschauungsbeauftragten. Das ist verwunderlich. Zum einen wegen der Sekten-Merkmale, die Jugendämter aufweisen, zum anderen wegen der großen Zahl der gläubigen Mitglieder. 

Als wichtigstes Sekten-Merkmal erwähnenswert ist der Glaube an den einzigen Weg zum Kindeswohl, den niemand verlassen darf, wenn er sein Heil als Mutter oder Vater nicht gefährden will. Abweichungen von der Lehre werden nicht geduldet, heißt es in Sekten "Dann kommst du nicht ins Paradies/in den Himmel", so heißt es in Jugendämtern "Wenn Sie nicht kooperativ sind, bekommen Sie Ihre Kinder nicht wieder". Die Lehre wird rigoros ausgelegt, Zweifel sind für Sekten vom Teufel, für Jugendämter aus den falschen Lehrbüchern. 

Wo eine Lehre ist, sind natürlich auch erstens Schriftgelehrte und zweitens der Hohe Rat. Den Hohen Rat bilden Gutachter, die dafür zuständig sind, die Lehre der Jugendämter in ihre Schriftstücke so einfließen zu lassen, dass sie begründet klingen, die Schriftgelehrten arbeiten an Familiengerichten, sie tun, was der Hohe Rat ihnen im Sinne der Lehre der Jugendämter auferlegt.

So, wie Sektenmitglieder noch nie den Himmel oder das Paradies gesehen haben, so haben Jugendamtsmitarbeiterinnen und Jugendamtsmitarbeiter noch nie funktionierende Sozialpädagogik gesehen, deswegen müssen sie gläubig bleiben.

Nichts anhaben können Sekten und Jugendämtern falsche Prophezeiungen. Ob Kindeswohlgefährdung oder Weltuntergang, was morgen falsch ist, gilt auf jeden Fall bis morgen.  

Freitag, 12. Januar 2018

Lächerliche Zeugen

Wo holen die nur ihre Verbote her?

An anderer Stelle habe ich es bereits erwähnt: Wenn Zeugen Jehovas ihre Broschüren in öffentlichen Bücherschränken auslegen, lege ich sie in meinen Fahrradkorb und nehme sie mit. Meistens zur schadstofffreien Entsorgung, hin und wieder aber auch zu meiner Erheiterung. Wie jetzt die Broschüre "Bewahrt euch in Gottes Liebe", erschienen vor 10 Jahren. 

Das 13. Kapitel ist den Festen und Bräuchen gewidmet, "die Gott nicht akzeptieren kann", worum sich sein Sohn der Bibel zufolge aber nie gekümmert hat. Doch das ist ein anderes Thema. Weihnachten wird in diesem Kapitel als "getarnter Sonnenkult" abgelehnt, Ostern als "verkappter Fruchtbarkeitskult", auch über Geburtstage sagt die Bibel angeblich Negatives.

Das hören wir uns doch jetzt einmal an (zweimal wäre unerträglich): Wer mehrere Bibelstellen erwartet, die sich mit Geburtstagen beschäftigen, sieht sich von den Zeugen Jehovas getäuscht: "Die Geburt eines Kindes war schon immer ein Grund zu großer Freude (Ich verzichte hier auf biblische Geschichten über Väter=Diener Gottes, die sich keinesfalls über die Geburt eines Kindes gefreut haben). Dennoch wird in der Bibel mit keiner Silbe erwähnt, dass man den Geburtstag eines Diener Gottes gefeiert hätte (Okay, in der Weihnachtsgeschichte wird nicht die Geburt eines Diener Gottes gefeiert, sondern nur die Geburt von Jesus)."

Wenn in der Bibel Geburtstagsfeiern erwähnt werden, so die Zeugen Jehovas, dann hat über diesen Feiern "ein dunkler Schatten (gelegen), vor allem auf der von Herodes, denn er ließ damals Johannes den Täufer enthaupten".

Da die Zeugen Jehovas nie ohne Teufel auskommen, kommen in diesem Kapitel auch Hinweise auf Verse aus dem Buch Hiob vor. Dieses Buch beginnt mit einem Treffen der "Gottes Sohne" und des Teufels mit Gott. Der Teufel berichtet, dass er auf der Erde weit herumgekommen sei, Gott fragt den Teufel, ob er auch auf Hiob acht gegeben habe. Dann kommt es zu einer Art Wette zwischen Gott und dem Teufel. Der Teufel soll Hiob schaden, wo er kann, nur umbringen darf er ihn nicht. Das Schicksal Hiobs ist der Wetteinsatz.

Wer nun erwartet, dass sich Zeugen Jehovas offiziell auch mit dem Teufel verbandeln dürfen, dem ist diese Sekte ein großes Geheimnis, das aber schnell gelüftet werden kann: Die Begründungen für Verbote sind so weit hergeholt, dass man sich nur darüber wundern kann, dass nicht bei jeder Versammlung der Zeugen Jehovas großes Gelächter ausbricht.