Sonntag, 25. September 2011

Denkbar III

25. September 2011
Der katholische Papst und ein Jemand aus einem fernen Land

Das gibt ihm wohl das Recht zu Kritik an Paaren, die sich trennen: Der katholische Papst ist seiner Ehefrau stets treu gewesen, als man ihm einen Job in Italien anbot, hat sie keinen Augenblick gezögert: Sie hat ihn zu seiner neuen Wirkungsstätte begleitet, kümmert sich dort liebevoll um ihre beiden Enkel, wenn ihre Tochter mit ihrem Mann aus Deutschland zu Besuch ist.


Das ist nun wirklich keine Selbstverständlichkeit, hat der katholische Papst vor dem Präsidium des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) im Freiburger Priesterseminar betont: "Man findet kaum noch den Mut zu versprechen, ein Leben lang treu zu sein; sich das Herz zu nehmen und zu sagen: Ich gehöre jetzt ganz dir."

Auch nach fast 60 Jahren Ehe könnte dem katholischen Papst und seiner Frau nie geschehen, was nach seinen Worten einer deutschen Durchschnittsfamilie passieren würde, wenn jemand aus einem fernen Land nach dem Rechten schauen würde: "Der könnte vieles bewundern, etwa den Wohlstand, die Ordnung und die Effizenz." Kennen auch wir aus jeder Hartz-IV-Familie. Doch der katholische Papst weiß noch mehr über diesen Jemand aus einem fernen Land: "Er würde mit unvoreingenommenem Blick auch viel Armut feststellen: Armut, was die menschlichen Beziehungen betrifft, und Armut im religiösen Bereich."

Der katholische Papst dagegen geht heute noch so oft wie möglich zur Kirche, pflegt fantastische menschliche Beziehungen, beispielsweise mit katholischen Priestern, die Väter werden, und unter religiöser Armut leidet er auch nicht. Schließlich meint er sogar, dass er einen guten Draht zu Gott hat.

Fast immer allerdings lässt Gott den katholischen Papst im Dunkeln tappen: "Auch das selbstlose Engagement für das Gemeinwohl, im sozialen und kulturellen Bereich oder für Bedürftige, nimmt ab."

Wer jetzt noch den katholischen Papst ernst nimmt, ist selbst schuld. Denn: Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von immer mehr Menschen läuft in Deutschland kaum noch etwas. Davon hätte sich der katholische Papst bei seinem Besuch durchaus überzeugen können. Statt dessen hat er sich mal 30 Minuten, mal 10 Minuten mit Leuten aus der politischen Führungsetage unterhalten, die er wohl für ausgewiesene Experten hält, wenn es um die deutsche Wirklichkeit geht.

Und dieser Mann soll unfehlbar sein?


16. September 2011
Der Papst kommt - Gott auch?

Der Papst kommt. Und spricht im Deutschen Bundestag. Der Papst kommt. Und im Internet gibt es Seiten zum Besuch. Der Papst kommt. Und im Internet gibt die katholische Kirche das Motto aus "Wo Gott ist, da ist Zukunft". Der Papst kommt. Und in der Nähe stehen Verkaufsstände. Angeboten werden Erinnerungsbänder, T-Shirts, Kerzen, Rosenkränze, Taschen und Medaillen. Auch schon online. Nicht gefunden habe ich dort: die Bibel.

Dass Jesus nicht katholisch gewesen ist, merkt man daran: Der hat die Händler aus dem Tempel geworfen. Die Organisatoren des Papstbesuches laden sie ein. Nicht direkt in den Tempel. Aber in die Nähe.

Nicht streiten will ich mich über das Motto "Wo Gott ist, da ist Zukunft". Diese Aussage ist nicht überprüfbar. Überprüfbar sind jedoch die Aussagen des Papstes zur Sexualmoral, zur Rolle der Frau und zur evangelischen Kirche. Überprüfbar ist, was in der katholischen Kirche geschieht.

Werbetrommel statt Demut angesichts unzähliger Skandale, scheint das Besuchsmotto zu sein. Fehlt nur noch, dass die katholische Kirche den Papst als neuen Messias in den Deutschen Bundestag schickt. Viele Abgeordnete wollen nicht hingehen. Finde ich dämlich.

Herrlich dagegen fände ich Verkaufsstände vor dem Plenarsaal. Angeboten werden könnten Kondome, T-Shirts mit dem Aufdruck "Gib Aids keine Chance", Lorbeerkränze für Alleinerziehende...Wäre aber wohl gegen die Würde des Hohen Hauses, das hohen Besuch bekommt.

22. August 2011
Der alte Mann und Jesus

Der katholische Papst hat es gut: Wenn er zu seinem Chef gerufen wird, ist er bereits tot. Was Gott und sein angeblicher Stellvertreter dann zu besprechen haben, bleibt unseren Ohren verschlossen. Sogar eine Standpauke hören wir nicht. Das Jenseits ist eben jenseits unserer Sinnesorgane.

Soeben ist der Weltjugendtag der katholischen Kirche in Madrid zu Ende gegangen. Ganz real mit einer Messe von Benedikt XVI. Über eine Million junger Leute aus über 200 Ländern sind dabei gewesen. Die ermahnte der katholische Papst, man dürfe Jesus nicht auf "seine eigene Weise" folgen, sondern nur gemeinsam mit der Kirche. Steht allerdings nirgendwo in der Bibel. Hat sich Benedikt XVI. selbst ausgedacht. Nicht selbst ausgedacht hat er sich, dass es sich nur bei der katholischen Kirche um eine Kirche handelt, alles andere seien bestenfalls Religionsgemeinschaften. Das behaupteten auch schon andere katholische Päpste.

Und entlarvten sich so als Sektenchefs. "Sekten" verbreiten bekanntermaßen Sonder-Lehren. Besonders "eindringlich" - wie der katholische Papst - tun sie das, wenn ihre Macht schwindet. An die klammern sie sich dann. Bis zum Untergang...

11. Juli 2011
In der Neuapostolischen Kirche sieht es nicht "so rosig" aus

"Das sieht nicht unbedingt so rosig aus." Hat der neuapostolische Kirchenchef Wilhelm Leber Pfingsten in Dresden gesagt. Sechs Jahre ist er nun im Amt, die Mitgliederzahl in Europa sinkt weiter, die Suche nach Amtsträgern wird immer schwerer. Da fällt Leber Matthäus 24 ein, als "so genannte Endzeitrede des Gottessohnes".

Mit diesem Kapitel jongliert die Neuapostolische Kirche (NAK) seit Anbeginn. Nach einem Tempelbesuch sagt Jesus die Zerstörung voraus und wird von seinen Jüngern gefragt, was sonst noch auf sie zukomme. Sie wollen wissen: Wann geschieht das, auf welche Zeichen müssen wir achten, wann kommt das Ende der Welt?

Jesus antwortet laut Bibel darauf bildhaft, nennt als Zeichen u. a. Kriege, gelegentliche Erdbeben und falsche Propheten. Dann sagt er: "Bald aber nach der Trübsal derselben Zeit werden Sonne und Mond den Schein verlieren, und Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden sich bewegen. Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit."

Dann ermahnt Jesus zur Wachsamkeit. Dazu ermahnt auch die Neuapostolische Kirche und deutet die "Zeichen des Endes" immer neu. Die Bibel wird zum Steinbruch, in dem man weitere Hinweise finden will. Ältere Mitglieder erinnern sich noch an - erst "Unsere Kirche ist so klein, weil es nur wenige Auserwählte gibt", dann "Unsere Kirche wächst, das ist ein Zeichen von Gottes Segen" und jetzt "Nun werden wir eben wieder kleiner." Was angeblich immer vom Heiligen Geist kommt. Also von Gott. Was laut Bibel nicht stimmen kann.

Wo angeblich Klarheit herrscht, wachsen deshalb die Zweifel, die jetzt auch Wilhelm Leber irgendwie zerstreuen möchte. Das gelingt ihm immer weniger. Viele junge NAK-Mitglieder wollen sich nicht mehr manisch-depressiv mit der Beobachtung von schlimmen Ereignissen beschäftigen, die sie dann auch noch positiv werten sollen, weil sie "Zeichen für das Ende" sind. Sie wollen ihr Leben genießen - und gehen. Andere trotten nur noch hin, damit sie von der Familie und von Verwandten nicht schief angeschaut werden. Ob es anschließend mit dem Rendezvous klappt, ist denen wichtiger als die Predigt, die vorne jemand hält.

Ein junges NAK-Mitglied hat kürzlich zu mir gesagt: "Jesus hat doch nichts dagegen, wenn ich das Leben genieße. Sonst hätte er aus Wasser nicht Wein gemacht, sondern aus Wein Wasser." Das ist zwar eine eigenwillige Intepretation einer biblischen Geschichte - aber immerhin originell. Was man von der Pfingst-Rede des Wilhelm Leber nicht behaupten kann.

20. Juni 2011
Können die Zeugen Jehovas die Neuapostolische Kirche ersetzen?

Kann Michelle Hunziker Thomas Gottschalk bei "Wetten, dass..." ersetzen? Eine knappe Mehrheit der Leserinnen und Leser des Schweizer Boulevardblattes "Blick" meint: Kann sie. "Bild" dagegen nimmt Wetten darauf an, dass Hape Kerkeling die Nachfolge antritt. Der ist allerdings längst nicht so hübsch wie die 34-Jährige.

Auf jeden Fall gilt: Thomas Gottschalk nimmt keine Wetten mehr an. Nach einem schrecklichen Unfall in seiner Sendung hat er keine Lust mehr. Die Zeugen Jehovas dagegen haben Lust auf Schreckliches. Einzige Bedingung: Sie sind nicht dabei, wenn sich die Katastrophen ereignen. Ähnliches haben sich die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche (NAK) vorgenommen. Doch diese Glaubensgemeinschaft schrumpft und existiert möglicherweise gar nicht mehr, wenn sich die Katastrophen ereignen, die bisher nicht stattgefunden haben.

Die spannende Frage könnte deshalb lauten: Können die Zeugen Jehovas eines Tages die Neuapostolische Kirche ersetzen? Scheint möglich zu sein. Für das Jesus-Bild der amerikanisch gestrickten Sekte würde sich kein NAK-Mitglied interessieren. Die Unterschiede würden also gar nicht auffallen. Wichtig ist dagegen: Es muss Chefs geben. Haben die Zeugen Jehovas. Man muss zu den Auserwählten gehören. Gehören die Zeugen Jehovas. Mit dieser Welt muss es zu Ende gehen, eine neue muss her. Glauben die Zeugen Jehovas. Allzu lange darauf warten möchte man nicht mehr. Tun die Zeugen Jehovas nicht. Die rechnen stündlich damit. Und das schon seit vielen Jahrzehnten. Eigene Irrtümer dürfen kein lange diskutiertes Thema sein. Die Zeugen Jehovas diskutieren gar nicht.

Schnittmengen sind also da.

23. Mai 2011
Bruno Gröning - oder: Wunder gibt es immer wieder

Wenn jener Amerikaner, der für Samstag die Wiederkehr von Jesus vorausgesagt hat, Recht behalten hätte, müsste man nicht mehr groß darüber reden, dass wieder Großes geschehen soll. In den nächsten Tagen in Wilhelmshaven, Oldenburg und Aurich. Da werden Menschen eine Kraft spüren, ein Kribbeln, ein Strömen am Körper. Steht auf einem Werbezettel, der heute auch in Wilhelmshaven verteilt worden ist. Derart Wundersames geschieht demnach, wenn man sich den "Dokumentarfilm - Das Phänomen Bruno Gröning - Auf den Spuren des ´Wunderheilers´" anschaut.

Dass dieser so genannte "Wunderheiler" seit 1959 tot ist, tut nichts zur Wunder-Sache. Dass er kurz vor seinem Ableben wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden ist, auch nicht. Ein 17-Jähriger war gestorben, weil er an diesen Satz geglaubt hatte: "Es gibt kein Unheilbar - Gott ist der größte Arzt". Dass sich Gröning und seine Helfer seinerzeit gegenseitig ein "ausschweifendes Leben" vorwarfen, ist ebenfalls völlig unerheblich.

Als der Boden zu heiß wurde, berief sich dieser so genannte "Wunderheiler" auf die Religionsfreiheit. So hebelte er juristische Auseinandersetzungen wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz aus. "Mir bleibt der Verstand stehen" titelte am 25. Juni 1949 eine Zeitung aus Herford.

Wenn das nicht genug Warnung vor der Betrachtung dieses Dokumentarfilms ist, dann man hin...

18. Mai 2011
Putin endlich ertappt

Wladimir, hab dich doch nicht so. Warum streitest du ab, dass du der wieder geborene Apostel Paulus bist? Wenn das eine Sekte behauptet, ist das wahr. Denn: Jede Sekte sagt die Wahrheit. Deshalb ist vor 26 Jahren diese Welt vergangen, wir haben eine neue. Wie die Zeugen Jehovas es prophezeit haben. Darum lebt ein gewisser Johann Gottfried Bischoff als geistliches Oberhaupt der Neuapostolischen Kirche immer noch. Wie er das ab 1951 öffentlich behauptet hat. Der hält sich nur irgendwo verborgen, 1960 gestorben ist der keinesfalls.

Außerdem kann ich dich überführen. 1995 hat mir ein Medium die Tatsache unterbreitet, dass ich ein wieder geborener Bruder von Jesus bin. Und ich erinnere mich noch gut an einen Apostel mit einer Sprache, die wir nicht verstanden. Das ist also die russische Sprache gewesen.

Ein wenig aufbrausend warst du damals schon. Auch Wiedergeborene verändern ihren Charakter nicht. Dafür ein Beispiel, das reichen müsste: In deiner Amtszeit bist du laut Gerhard Schröder ein "lupenreiner Demokrat" gewesen, damals warst du ein "lupenreiner Apostel", der die gute Sache energischer vertrat als alle anderen.

1. Mai 2011
Selig sind die...

Früher haben Kinder vor dem Schlafengehen gebetet: "Lieber Gott, mach mich fromm, damit ich in den Himmel komm..." Jetzt dürfen sie vor dem Schlafengehen auch beten: "Lieber Johannes Paul der Zweite, viele Katholiken suchen zwar das Weite, doch ich bin dafür noch zu klein, deswegen muss ich Kirchgänger sein."

Denn: Wir sind nicht mehr nur Papst. Jetzt sprechen wir auch selig. Weil eine Nonne kein Blut mehr verschüttet, wenn sie eine Ampulle in der Hand hält. Das liegt am polnischen Papst als Vorgänger des deutschen Papstes. Der hat Marie Simon-Pierre von Parkinson geheilt. Die verließ sich als französische Nonne nicht auf Gott allein, obwohl viele behaupten, Gott sei ein Franzose.

Wir alle kennen Teil-Autos, Katholiken kennen außerdem schon seit Jahrhunderten Teil-Götter. Die ebenfalls angebetet werden dürfen - als Reliquien. Und Wunder tun wie laut Bibel dermalseinst Jesus und seine Apostel. Die jedoch ist von einem Lutheraner übersetzt worden und nicht von den Katholiken, die deshalb durchaus in einer religiösen Parallelwelt leben dürfen.

Dazu gehört: Einem Lebenden Blut abzapfen, warten bis er tot und selig gesprochen worden ist, seinen Sarg wieder ausbuddeln und der Öffentlichkeit präsentieren. Was nicht zur Nachahmung mit anderen Särgen empfohlen werden darf. Das wäre dann Störung der Totenruhe.

Da würde kein Jubelsturm auf dem Petersplatz losbrechen, niemand würde Beifall klatschen, wenn irgendein Neffe nach einer Grabschändung das Foto irgendeiner Tante enthüllen würde. Auf dem Foto muss schon ein Papst sein. Also ein Teil-Gott.

Doch: Diese schauerlichen Szenen sind erst der Anfang. Demnächst wird Johannes Paul II. auch noch heilig gesprochen. Dann endlich ist der polnische Papst kein Teil-Gott mehr, sondern Gott.

Der andere aus der Bibel sollte schon einmal sein Rücktrittsgesuch einreichen. Sonst wird er von der Kirchenpolitik des Vatikan einfach hinweggefegt. Selig sind die, die früh genug erkennen, dass ihre Zeit abgelaufen ist.

Diese Seligpreisung steht nicht im Matthäusevangelium, gehört nicht zur Bergpredigt? Stimmt, weil auch das gestimmt hat: Jesus war kein Katholik. Das macht diesen Mann so sympathisch...

Dienstag, 12. April 2011

Denkbar II

24. März 2011
Jetzt versucht es die evangelische Kirche mit Humbug?

Irgendwo in den Sternen wohnt er: Gott. Gefunden werden kann er: per Astrologie. Wird möglicherweise nächste Woche im Hochsauerland behauptet. In einer evangelischen Akademie.

Dazu ein Auszug aus der Veranstaltungsankündigung: "Mit ihrem Buch ´Die Handschrift Gottes lesen – Astrologie´ wendet sich Christine Lindemann an Leser, die spirituell auf der Suche sind. Die Autorin ist astrologische Beraterin und war viele Jahre in kirchlichen Einrichtungen tätig.

Sie fragt, ob nicht eine Rückbesinnung auf die Weisheit der Astrologie innerhalb der Kirche neue Zugänge zu kosmischen Bezügen öffnen könnte. Nach einer deutlichen Kritik an der Trivial- und TV-Astrologie, erläutert sie, welche Kraft in der Astrologie steckt. Ebenso geht sie auf die Themen Prognose und analoges Denken ein. Dabei geht es ihr um wegweisende Erkenntnisse über unser individuelles Dasein – es gilt die Gegenwart Gottes im Menschen zu entdecken."

Klingt ein wenig konfus. Erst soll man in den Sternen nach Gott suchen - und dann im Menschen? Oder umgekehrt? Sind aber keine wichtigen Fragen. Eine wichtige Frage ist: Was ist nur mit der evangelischen Kirche los? Wenn man die Menschen nicht mehr mit dem christlichen Glauben erreicht, versucht man es mit Aberglauben?

Geradezu lächerlich wirkt Christine Lindemanns "deutliche Kritik" an der "Trivial- und TV-Astrologie". Wo und wie Humbug verbreitet wird, kann bei Humbug doch wohl kaum besonders wichtig sein. "Astrologie ist Unsinn." Schreibt und begründet am 7. Januar 2009 beispielsweise der Astronom Florian Freistetter.  Dem ist nichts hinzuzufügen. Auch keine Veranstaltung an einer evangelischen Akademie.

15. März 2011
Tote werden: Entweder NAK-Mitglieder oder Mormomen

Ist doch immer wieder putzig, womit sich Theologen beschäftigen. Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) damit: "Im November 2010 besuchte das Oberhaupt der Neuapostolischen Kirche (NAK), Stammapostel Wilhelm Leber, die Hauptstadt. In Berlin-Charlottenburg hielt er mit zahlreichen weiteren Amtsträgern den sogenannten ´Gottesdienst für die Entschlafenen´. Dreimal jährlich feiert die NAK einen solchen Gottesdienst, in dem nicht nur der Verstorbenen gedacht wird, sondern ihnen auch stellvertretend die Sakramente gespendet werden."

Heißt: Auch Tote werden Mitglieder der Neuapostolischen Kirche. Bedeutet: So mancher Erwachsene leidet auch nach Jahrzehnten noch unter Alpträumen, weil dieser Totenkult psychisch und seelisch belastend wirken kann.

Der EZW-Berichterstatter jedoch prüft Bibelstellen, auf die sich die NAK beruft und beklagt sich auch noch darüber, dass nur die NAK-Chefs Tote zu Mitgliedern machen können. Wäre es besser, wenn jedes Mitglied auf Friedhöfen missionieren dürfte?

Nie verraten wird von der NAK: Die Mormonen sind nach ihren Angaben im Jenseits mindestens ebenso aktiv wie die Neuapostolische Kirche. Lautet die Frage: Jagen die sich immer wieder gegenseitig die Toten ab? Wo bleibt denn da die Totenruhe?
Für diese "Entschlafenengottesdienste" schaltet die NAK inzwischen auch schon Anzeigen. Wirkung entfalten sollen sie aber wohl nur im Diesseits. Oder hört man diese Werbetrommel auch im Jenseits?

14. Februar 2011
Neuapostolische Kirche will ihr Profil schärfen

Getroffen haben sie sich in der Eisenbahnstadt Lehrte bei Hannover - weil die Weichen neu gestellt werden sollen? Das haben einige auch gedacht, als mit großem öffentlichem Aufwand eine Überarbeitung der zehn Glaubensartikel der Neuapostolischen Kirche (NAK) angekündigt wurde. Heraus kamen lediglich ein paar eher redaktionelle Änderungen.

Nun geht es um den Katechismus dieser Glaubensgemeinschaft. Die neue Fassung soll Ende nächsten Jahres in gedruckter Form vorliegen. Bis dahin sind Schulungsveranstaltungen geplant. Dazu heißt es in einer offiziellen Verlautbarung: "Als Beispiel wird auch die Bedeutung des 5. Gebots behandelt, um den Teilnehmern Sprache und Aussagekraft des neuen Katechismus nahe zu bringen."

Das fünfte Gebot lautet: "Du sollst nicht töten." Bedeutet: Das Leben, das Wohl und Wehe unseres Nächsten muss uns so heilig sein wie unser eigenes Leben, Wohl und Wehe. Was aber hat dieses Gebot mit "Sprache und Aussagekraft des neuen Katechismus" zu tun? Darüber steht nichts in dieser offiziellen Verlautbarung.

Eins wird jedoch verraten: Die Neuapostolische Kirche will ihr Profil schärfen. Könnte bedeuten: Sich weiter abgrenzen. Wobei jedoch die Grenzen stets fließend sind. Denn was diese Glaubensgemeinschaft noch vor 50, 60 Jahren gelehrt hat, kann nicht mehr gelehrt werden. Die Grundzüge: Die Menschheitsgeschichte umfasst 6 000 Jahre, 4000 Jahre vor Christi Geburt, 2000 Jahre danach. Da laut Bibel die Zeit auch noch verkürzt werden muss, ist die Neuapostolische Kirche davon ausgegangen, dass Jesus einige Zeit vor dem Jahr 2000 wiederkommt, die NAK-Mitglieder entrückt und so vor unvorstellbaren Katastrophen auf der Erde bewahrt. Dann beginne das Tausendjährige Friedensreich mit NAK-Mitgliedern als Könige und Priester, die der Menschheit eine letzte Chance geben.

Hervorgegangen ist die Neuapostolische Kirche nach Zank und Streit aus der katholisch-apostolischen Gemeinschaft, die um 1830 in England entstand. An der Spitze standen zwölf Apostel, die davon überzeugt waren, dass Jesus zu ihren Lebzeiten wiederkommt. Das stellte sich als Irrtum heraus. Zu diesem Irrtum bekannte sich die katholisch-apostolische Gemeinschaft.

In der Neuapostolischen Kirche ist Bekenntnis zum Irrtum nicht üblich. Gewechselt werden die Erklärungsmuster. Beispiel: Als die NAK noch klein gewesen ist, sagte man, das liege daran, dass sich schon Jesus gefragt habe, ob er bei seiner Rückkehr auf der Erde noch Glauben finden werde. Als diese Glaubensgemeinschaft wuchs, war das Zeichen von Gottes Segen.

Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche ist nicht zum ersten Mal überarbeitet worden. Manchmal geschah das auch unter politischem Druck. So 1938, als diese Glaubensgemeinschaft zu den Voraussetzungen für die Mitgliedschaft schrieb: "Dem Aufnahmegesuch kann nicht entsprochen werden, wenn der Aufzunehmende sich im Widerspruch zur Staatsführung befindet, die der Neuapostolischen Kirche die Ausübung ihrer seelsorgerlichen Tätigkeit gestattet."

Öffentliche Anerkennung ist stets eine Triebfeder der NAK gewesen. Das war im Kaiserreich so, das war bei Hitler so, das war in der DDR so. Die behauptete politische Neutralität stellte sich immer wieder nur als Behauptung heraus.

Wie kann da ein geschärftes Profil aussehen? Und wie lange hätte es Bestand?

7. Februar 2011
Sex gibt es auch ohne Trauschein

Auch in katholischen Nachrichten wird gelegentlich ziemlich übertrieben. So zum Beispiel: "Der Zölibat ist eine Provokation. In einer Welt, die nicht mehr recht an ein Leben nach dem Tod glaubt, ist diese Lebensform der ständige Protest gegen die allgemeine Oberflächlichkeit."

Mir ist es schnurzpiepegal, ob katholische Priester heiraten dürfen oder nicht. Denn heutzutage haben auch Nichtverheiratete Sex. Bei katholischen Priestern darf das nur nicht herauskommen. Ratsam ist: heucheln. Können nur nicht alle.

"Der Zölibat ist die ständige gelebte Botschaft, dass das Diesseits mit seinen Freuden und Leiden nicht alles ist. Es gibt Menschen, die so etwas wütend macht", heißt es weiter in diesem Text, der von Satz zu Satz unverständlicher wird. Das Jenseits macht Menschen wütend? Oder sind derzeit viele Katholiken wütend, weil Kinder im Diesseits missbraucht worden sind? Die sollen sich bloß nicht so anstellen, weil im Jenseits so was nicht angestellt wird?

"Denn da wird das eigene Lebenskonzept massiv in Frage gestellt. Nicht bloß durch einen Text oder ein dahingeworfenes Gespräch, sondern durch eine unübersehbare Lebensentscheidung. Der Zölibat ist kein Lippenbekenntnis, sondern ein Lebensbekenntnis" - ist wie Pfeifen in jenem dunklen Wald, in dem auch Frauen leben und mit Äpfeln locken.

"Zweifellos, wenn mit dem Tod alles aus wäre, dann wäre der Zölibat eine Idiotie. Warum auf die intime Liebe einer Frau verzichten, warum auf die anrührende Begegnung mit den eigenen Kindern, warum auf beglückend gelebte Sexualität?" klingt irgendwie nach Sehnsucht, die nie so ganz verdrängt werden kann.

"Warum soll man sich selbst der körperlichen Fruchtbarkeit in diesem Leben berauben?" ist eine Frage, die ich nun wirklich nicht beantworten kann. Müssten nicht nur katholische Geistliche, sondern alle Katholiken auf Sex verzichten, würde bald auch niemand mehr eine solche Frage stellen.

"Nur wenn das irdische Leben ein Fragment ist, das in der Ewigkeit seine Vollendung finden soll, dann kann diese Lebensform ein helles Licht auf dieses noch ausstehende Leben werfen, dann kündet sie laut von einem Leben in Fülle, das die Sehnsucht der Menschen aller Zeiten erahnt hat, dessen Wirklichkeit aber erst durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und besonders seinen Tod und seine wunderbare Auferstehung allen Menschen offenbar geworden ist", würde möglicherweise nicht einmal Jesus unterschreiben, denn der ist dafür gewesen, dass die Kinder zu ihm kommen. Kein Licht kann heller sein als Kinderlachen.

"Für unsere Gesellschaft wirkt der Zölibat geradezu wie ein ´Stachel im Fleisch´, der immer wieder gelegen oder ungelegen daran erinnert, dass die aufdringlichen Sorgen und Probleme des irdischen Lebens nicht alles sind", schafft sich die katholische Kirche ein Problem, auf das sie aus den eigenen Reihen immer wieder aufmerksam gemacht wird. Weil ein "Stachel im Fleisch" irgendwann entfernt werden muss. Ob nun dringlich oder aufdringlich schmerzhafter ist, sei dahingestellt.

Und wenn dann katholische Geistliche heiraten dürfen, wissen wir, dass es das Jenseits nicht gibt?

27. Januar 2011
Die Bibel auf der Anklagebank

"Da sprach die Ältere zu der Jüngeren:

Unser Vater ist alt, und kein Mann ist mehr im Lande, der zu uns eingehen könne nach aller Welt Weise.

So komm, lass uns unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, dass wir Nachkommen schaffen von unserem Vater. Da gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und er ward's nicht gewahr, als sie sich legte noch als sie aufstand.

Am Morgen sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Lass uns ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben, dass du hineingehst und dich zu ihm legst, damit wir uns Nachkommen schaffen von unserm Vater.

Da gaben sie ihrem Vater auch diese Nacht Wein zu trinken. Und die jüngere machte sich auch auf und legte sich zu ihm; und er ward's nicht gewahr, als sie sich legte und noch als sie aufstand."

Diese Inzest-Geschichte steht in der Bibel (1. Mose, 19,31)

"Und als der König von Arad, der Kanaaniter, der im Südland wohnte, hörte, dass Israel herankam auf dem Wege von Atarim, zog er in den Kampf gegen Israel und führte etliche gefangen. Da gelobte Israel dem HERRN ein Gelübde und sprach: "Wenn du [HERR] dies Volk in meine [Israels] Hände gibst, so will ich an ihren Städten den Bann vollstrecken [= alle Bewohner umbringen]." Und der HERR hörte auf die Stimme Israels und gab die Kanaaniter in ihre Hand und sie vollstreckten den Bann an ihnen und ihren Städten.

Diese Völkermord-Geschichte steht in der Bibel (4. Mose 21, 1-3)

"Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre."

Diese schauerliche Prophezeiung steht in der Bibel (Matthäus 13, 41-43)

Und in den USA gibt es jemanden, der demnächst den Koran auf die Anklagebank setzen will? Dieses Buch verbrennen, hat Pastor Dr. Terry Jones erst einmal verschoben. Statt dessen soll ein Prozess stattfinden, vorher eine Internet-Abstimmung. Der Koran darf auch verteidigt werden, aber wohin diese Irrsinns-Idee führen wird, kann man sich ausrechnen. An zehn fundamentalischen Fingern.

Dem Islam sind Geistliche zwar fremd, aber wenn ein Imam nun zu einer Gegenaktion aufrufen würde, wäre die Aufregung sicherlich riesengroß. Vielleicht führt die Umfrage auf diesen Seiten zu einem heilsamen Schock.

12. April 2012: Die Beteiligung an der Umfrage ist gering gewesen.
21. Januar 2011
Justizminister: Zeugen Jehovas nicht verfassungskonform

"Die Gründe für den abschlägigen Bescheid der Landesregierung sind schwerwiegend. Er halte die Zeugen Jehovas seit jeher für nicht verfassungskonform, erklärte Justizminister Ulrich Goll (FDP), der auch stellvertretender Ministerpräsident ist." Steht heute im "Südkurier".

"Wenn du dem wahren Gott dienst, mußt du Widerstand durch die Religionisten erwarten und Verfolgung von seiten jener, welche die alte böse Welt lieben." Steht in "Gott bleibt wahrhaftig", 1946 in Englisch und 1948 auf Deutsch von der Wachtturmgesellschaft veröffentlicht.

Die Zeugen Jehovas sind inzwischen in zwölf der 16 Bundesländer als Körperschaft des öffentlichen Rechtes anerkannt. In Berlin dauerten die juristischen Auseinandersetzungen zwölf Jahre. Dann hatten die Zeugen Jehovas zum ersten Mal über die "böse (deutsche) Welt" gesiegt.

Die es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. In dieser Glaubensgemeinschaft dreht sich alles um 1914. In jenem Jahr ist demnach der Teufel aus dem Himmel geworfen worden, seither herrscht dort Friede. Der auch auf der Erde herrschen soll, wenn der Teufel ein zweites Mal geschlagen wird. Die zweite Niederlage sollte ihm beigebracht werden, so lange die Generation, die 1914 erlebt hat, noch existiert. Ist lange Zeit Überzeugung dieser Glaubensgemeinschaft gewesen. Doch diese Überzeugung ist ins Wanken geraten.

Immer ist die Zeit für die Zeugen Jehovas knapp gewesen. Deswegen wurden sie stets zu eifrigem Dienst für die angeblich so wichtige Sache angehalten. Die war und ist: Möglichst viele vor der Vernichtung retten. Mit wechselnden Argumenten.

Doch Zeit für die Einschaltung von Gerichten hat´s für die Führung der Zeugen Jehovas stets gegeben. Auch in Baden-Württemberg werden sie sich diese Zeit nehmen.

Verwunderlich ist und bleibt: Zeugen Jehovas fällt dieser Widerspruch gar nicht auf. Sektierer haben offenbar stets einen eingeengten Blickwinkel.

17. Januar 2011
Neuapostolische Kirche - oder: Wie nagelt man einen Pudding an die Wand?

"Es ist von großer Bedeutung, dass die Kirchen zusammenarbeiten, dass sie keine Konkurrenz untereinander bilden und dass sie international aufgestellt sind." Hat Dortmunds Bürgermeister Manfred Sauer bei einem Neujahrsempfang gesagt. Und zwar: In der Verwaltung der Neuapostolischen Kirche (NAK). Derart zitiert wird Manfred Sauer auf den offiziellen Seiten der NAK von Nordrhein-Westfalen.

Die Außendarstellung dieser Glaubensgemeinschaft ist inzwischen wie der Versuch, einen Pudding an die Wand nageln zu wollen. In Deutschland nimmt der Mitgliederschwund dramatische Formen an, ein Gebäude nach dem anderen muss verkauft werden.

"Die katholische Pius-Bruderschaft hat in Deutschland ein weiteres Kirchengebäude gekauft. Die einstige neuapostolische Kirche in Köln sei die siebte Kirche, die der Orden hierzulande erworben habe, teilte die Pius-Bruderschaft mit. Von den über 50 Niederlassungen des Ordens in Deutschland seien zwölf Kirchen Neubauten. Das jüngst erworbene Kirchengebäude steht im Stadtteil Kalk", hat die "Welt" am 22. Dezember 2010 gemeldet.

Diese "Fundamentalisten des Herrn" breiten sich auch in Deutschland aus? Das klingt nicht gut. In Frankreich fällt diese Bruderschaft immer wieder mit radikalen Thesen  und Taten auf. nicht einmal die Nähe zu Rechtsextremisten scheuen die Pius-Brüder. Diese mangelnde Scheu gehört allerdings auch zur Geschichte der Neuapostolischen Kirche.

Mangelndes Fingerspitzengefühl hat diese Glaubensgemeinschaft auch bewiesen, als sie zwei Kirchen an islamische Gemeinden verkaufte. Das Motto scheint zu sein: "Hauptsache, der Preis stimmt."

Aber auch Irrtümer haben ihren Preis. Die gehören ebenfalls zur Geschichte der Neuapostolischen Kirche. So hat das Kaiserreich keinesfalls den Ersten Weltkrieg gewonnen, ist Hitler ein Verbrecher gewesen und die DDR kein stabiles Staatswesen, wie der oberste Repräsentant dieser Glaubensgemeinschaft noch wenige Monate vor dem Zusammenbruch des Systems vermutet hat.

Wie früher sich abschotten ist jedoch schon lange nicht mehr drin. Diese Abschottung funktionierte noch, als Kirchenführer Hysterie verbreiteten und die Parole ausgaben: "Hier geblieben oder auf ewig verdammt sein."

Heute aber schwirren junge NAK-Mitglieder genauso in der Welt herum wie andere Jugendliche. Sie sammeln Eindrücke, die nicht zu den Parallelvorstellungen ihrer religiösen Führer passen, die deswegen immer sprachloser werden und schon geringfügige Veränderungen als Meilensteine ankündigen müssen wie jüngst eine eher redaktionelle Bearbeitung der Glaubensartikel.

Früher hat man gelegentlich wenigstens noch schmunzeln können. Bei einer NAK-Hochzeit beispielsweise. Da sagte der Priester, der Mann sei die 1 und die Frau die 0, zusammen ergebe das eine 10. Worauf die Frau, die mich zu dieser Zeremonie begleitet hatte, zum Altar rief: "Dann binde ich mir einen Gürtel um und bin eine 8." Das machte mich stolz, wir waren gemeinsam eine 18...

Doch dann kam ein Werbefachmann aus der Schweiz. Er übernahm die Führung und scheiterte an dem Spagat zwischen "Die einzig richtige Kirche sind eigentlich wir" und "Die anderen Kirchen sind aber auch nicht ganz falsch". Und ließ sich in den Ruhestand versetzen.

Schon war die Neuapostolische Kirche wieder in deutscher Hand. Vielleicht auch deshalb veröffentlichte die Neuapostolische Kirche International vor einer Woche dieses Stellenangebot: "Die Neuapostolische Kirche International will zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Buchhalterin / einen Buchhalter einstellen. Gesucht wird eine selbständige, initiative, fröhliche und belastbare Persönlichkeit, die über unternehmerisches Denken und Freude an der Arbeit mit Zahlen verfügt. Weitere Anforderungen sind u.a.: Fachausweis Finanz- und Rechnungswesen, mehrjährige Berufserfahrung in einer Finanzbuchhaltung in der Schweiz, Kenntnisse des Schweizer Mehrwertsteuerrechts."

Dass sich ein deutscher NAK-Chef im Mehrwertsteuerrecht der Schweiz nicht sonderlich auskennt, scheint verständlich, dass er aber auch noch "unternehmerisches Denken" verlangt, ist im Wortsinne merkwürdig.