Donnerstag, 9. März 2017

Papst nicht unfehlbar

Messi aber doch

Der Papst ist nicht unfehlbar. Steht heute auf Seite 1 der "Bild"-Zeitung. In einem Interview mit der "Zeit" hat Franziskus gesagt: "Ich bin ein ganz normaler Mensch, der tut, was er kann."

Damit sprengt der 80-Jährige keinesfalls eine Kernthese der katholischen Kirche, er beendet auch kein unendliches Herumgerede. Denn die Grundüberzeugung lautet: Der Papst ist fehlbar, das Amt nicht. Was immer das auch bedeuten soll.

Das heißt natürlich nicht, dass es keine Unfehlbaren gibt. Hat gestern Barcelona in der Champions League bewiesen. Fehlt dieser Mannschaft noch ein Tor, um die 4 : 0-Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen, dann schießt sie das 6 : 1 in der letzten Nachspiel-Sekunde.

In diesem Verein ist es andersrum als in der katholischen Kirche: Die Mannschaft mag manchmal fehlbar sein, die Spieler Messi, Neymar und Roberto sind es nicht.   

Sonntag, 5. Februar 2017

Gott konnte man lernen

Bis Moses von einem Berg kam

"Gott war früher mal ein Ausbildungsberuf." So beginnt Jürgen Beckers Auftritt "Ja, was glauben Sie denn?" aus dem Jahre 2009, der gestern Abend vom WDR wiederholt worden ist. Mit rheinischer Fröhlichkeit erzählt dieser Kabarettist religiöse Geschichten, die einer vom anderen abgeschrieben und neu interpretiert hat. Legenden, Sagen und Mythen stehlen, gehörte sozusagen zum Tagesgeschäft im Juden- und Christentum, aber auch im Islam.

Der Gott der Juden, der Allah der Moslems und die drei Götter des Christentums maßen ihre Kräfte.

Das begann, als Moses einen Berg herunterkam und seinem Volk - laut Jürgen Becker - verkündete: "Auf 10 Gebote habe ich ihn heruntergehandelt. Aber bei Ehebruch bleibt es." Die vielen Götter der Römer und Griechen, die um friedliche Koexistenz bemüht waren, wurden allmählich in Rente geschickt, die Juden gaben einem Berggott dafür religiöse Vollmacht. Die Christen ließ jedoch der Gedanke nicht los, dass mit drei Göttern doch mehr los sei.

Was tun? Die drei Weltreligionen mit Humor nehmen, denn - da dürfte Jürgen Becker recht haben: Geschichten braucht der Mensch. Nur zu fest an sie glauben, könnte zum Problem werden, weil die drei Weltreligionen miteinander verwandt sind - und mit Verwandtschaft ist das bekanntlich so eine Sache. 

Der Klick zu "Ja, was glauben Sie denn?"